Die Story

Willkommen zur Bauhaus-Story – Willkommen im Bauhaus-Jubiläum

Entdecke die Geschichte und die Menschen der einflussreichsten Bildungseinrichtung für Architektur, Kunst und Design des 20. Jahrhunderts – direkt in deinem Facebook Messenger oder über unseren WhatsApp-Kanal.

Ab Mai erzählen wir die Geschichte der legendären Hochschule. Du wirst auf bekannte Namen und Produkte treffen und überrascht sein, wie viel von ihnen du noch nicht kennst. Denn das weit verbreitete Bild vom Bauhaus ist nur ein Teil einer facettenreichen Geschichte, die noch sehr viel mehr zu erzählen hat. Melde dich für wöchentliche Episoden auf WhatsApp oder Messenger an.

Bauhaus entdecken

Schicke Start an unseren Messenger. Oder nutze unser WhatsApp-Angebot.

Noch mehr Informationen rund um die Bauhaus-Story findest du auf unserer Facebook-Seite und in unserem Instagram-Kanal.

Die Chronologie

1923

Im Jahr 1923 erklärte Walter Gropius einen Wandel der Hochschule für Gestaltung. Bei der Gründung stand das Bauhaus noch nicht im Zeichen der Industriekultur, für die es heute so bekannt ist. Vielmehr lief die Arbeit der Bauhäusler unter dem Motto „Kunst und Handwerk – eine neue Einheit.“ Dabei war Gropius keineswegs blind für die industriellen Entwicklungen der Zeit. Als Mitglied des Werkbundes wusste er um die schrumpfende Bedeutung des Handwerks in einer Industriegesellschaft. So war die Berufung auf das Handwerk im Gründungsjahr eine bewusste Entscheidung Gropius’. Sie war der Stimmung nach dem Ersten Weltkrieg geschuldet. Industrielle Planung und Technik hatten der Kriegsführung völlig neue, grausamere Dimensionen gegeben. Das Handwerk stand in diesem Kontext für die Besinnung auf althergebrachte Traditionen. 

Das Theaterhaus in Jena gestaltete Gropius in den 1920er Jahren um. (Bild: Wikimedia Commons/Andreas Praefcke, CC BY 3.0, beschnitten)
Rote Fassade mit Aufschrift Theaterhaus Jena

1923 nahm Gropius eine bewusste Änderung der alten Formel vor und löste sie durch eine neue, zukunftsweisende ab: „Kunst und Technik – eine neue Einheit.“ Er gab dem Bauhaus damit einen neuen gedanklichen Anstrich, dessen Hochphase in Dessau erlebbar wurde. Es ist gleichzeitig die Programmatik, die wir heute fest mit der Hochschule für Gestaltung verbinden. Bei einigen Altmeistern, wie Johannes Itten, stieß dies allerdings auf Ablehnung. Ein anschauliches Beispiel für die Neuausrichtung des Bauhauses und seine Öffnung für Auftragsarbeiten ist das Theaterhaus in Jena, welches von Walter Gropius umgebaut wurde. Als Gropius auch beabsichtigte, die Bestuhlung des Theaters als privaten Auftrag an die Tischlerei ans Bauhaus zu holen, führte dies zum finalen Bruch mit Johannes Itten. Er verließ die Hochschule für Gestaltung im Oktober 1922.

Ein Gruppe Touristen an antiker Stätte (Bild: © Werkleitz 2019)
Überzeichnetes Bild einer Touristengruppe in antiken Ruinen

Zum Abschluss wieder ein Veranstaltungstipp: Mit dem Erbe des Bauhauses beschäftigen sich ab dem 25. Mai dreizehn internationale Künstler im Rahmen des Werkleitz-Festivals in Dessau. Unter dem Motto „Modell und Ruine“ können bis zum 10. Juni Kunstwerke betrachtet sowie Filmprogramme und Präsentationen besucht werden. Der Eintritt zu den Festveranstaltungen ist frei.

1922

Porträt Wassily Kandinskys mit Lebensdaten 1866–1944

Als Wassily Kandinsky 1922 von Gropius an das Bauhaus berufen wurde, war sein Name in der Kunstwelt bereits weit bekannt und geschätzt. Dabei hatte der gebürtige Moskauer ursprünglich Rechtswissenschaften studiert und alles deutete auf eine erfolgreiche juristische Karriere hin. Ein Besuch des Bolschoi-Theaters änderte seine Wahrnehmung des Lebens so vollständig, dass er sich danach komplett der Kunst widmete. Als Mitbegründer der Gruppe des „Blauen Reiters“ und Wegbereiter der abstrakten Kunst schuf er Bildkompositionen, die ebenso kreativ wie revolutionär waren. 

Seine Zeit als Meister am Bauhaus in Dessau war die wohl produktivste Phase seine Lebens. Er unterrichtete „Analytisches Zeichnen“ und „Abstrakte Formelemente“ und setzte 1927 gemeinsam mit Paul Klee die „Freie Malklasse“ durch. Wie sehr ihn Musik künstlerisch inspirierte zeigt Kandinskys erstes und einziges Theaterprojekt „Bilder einer Ausstellung“, das 1928 in Dessau uraufgeführt wurde. Als Vorlage dafür diente ihm der gleichnamige Klavierzyklus des russischen Komponisten Modest Mussorgski. Die Bühnenentwürfe für die Aufführung entwickelte Kandinsky in seinem Meisterhaus in Dessau. Zum 150. Geburtstag des Malers 2016 kehrten sie vorübergehend an den Ort ihrer Entstehung zurück. Insgesamt 11 Jahre lehrte und wirkte Kandinsky am Bauhaus. Er prägte die Hochschule für Gestaltung nachhaltig und blieb ihr bis zu ihrer Auflösung 1933 in Berlin innerlich verbunden.

Wer sich noch tiefer mit Wassily Kandinsky befassen möchte, dem empfehlen wir den Film „Ich sehe was, was du nicht siehst“, der sich auf die Spuren des Künstlers in München, Murnau, Dessau, Paris, Moskau und New York begibt. 
Der Film ist auf YouTube zu finden.

Szenenbild aus dem Film „Ich sehe was, was du nicht siehst“

Ende 1920 & Anfang 1921

Oskar Schlemmer und Paul Klee (von links)
Gezeichnete Porträts zweier Männer, Oskar Schlemmer und Paul Klee

Ende 1920 und Anfang 1921 werden Oskar Schlemmer und Paul Klee als Meister an das Staatliche Bauhaus in Weimar berufen, beides vielseitig talentierte Künstler, die die Hochschule nachhaltig beeinflussen. Schlemmer arbeitet als Bauhaus-Werkstattmeister und lehrt Akt- und Figurenzeichnen. Sein originellster Beitrag ist neben der Bühnenarbeit sein Unterricht „Der Mensch”. Klee gehört zum Kreis der Expressionisten, seine Interessen liegen persönlich auch im Gebiet der Schriftstellerei und Musik. Bis 1931 gibt Klee vor allem theoretischen Unterricht zur „Bildnerischen Gestaltungslehre”.

Oskar Schlemmer, Geteilte Halbfigur nach rechts, 1923. (© Stiftung Bauhaus Dessau (I 7420 G))
Eine nach rechts blickende Halbfigur, gemalt von Oskar Schlemmer

Das Bild „Geteilte Halbfigur nach rechts“ von Oskar Schlemmer wird im neuen Bauhaus Museum in Dessau seinen Platz finden. Dort kann man das Kunstwerk zusammen mit zahlreichen anderen Exponaten ab September 2019 besichtigen. Werke von Paul Klee finden sich in Sachsen-Anhalt natürlich auch, etwa im Kunstmuseum Moritzburg in Halle/Saale – mehr Informationen dazu auf „Hallo Moderne“

Zuletzt möchten wir noch auf einen Vortrag hinweisen. Michiko Yamawaki verbrachte von 1930 bis 1932 einige Jahre am Bauhaus in Dessau. Sie studierte bei Josef Albers und Wassily Kandinsky, lernte von Otti Berger und Anni Albers in der Webwerkstatt.  Der Vortrag „Michiko Yamawaki – Eine Japanerin am Bauhaus“ erzählt am 12. Mai in Halle ihre Geschichte. 

April 1919

Im April 1919 ruft Walter Gropius in seinem Manifest die Entstehung des Bauhaus in Weimar aus. Er begründet darin die Einheit von Handwerk und Kunst, die ohne eine gedankliche Mauer die „klassentrennende Anmaßung” zwischen den Gewerken überwindet. Der zu Grunde liegende Gedanke geht viel tiefer: Der Gestaltungskomplex soll weder Selbstzweck sein (also nicht dem individualistischen Künstler dienen), noch auf den Gegenstand als letzten Zweck zielen (also das Produkt in den Mittelpunkt heben). Er soll vielmehr den Menschen in das Zentrum der Betrachtung rücken. 

Lies das Manifest beim Deutschen Nationalkommittee für Denkmalschutz.

Gebäude des Bauhaus in Weimar, heute Hauptgebäude der Bauhaus-Universität (Bild: © Bauhaus-Universität Weimar, Foto: Nathalie Mohadjer)
Hell verputztes Gebäude mit großen Fensterflächen, erste Heimat des Bauhaus in Weimar

Die Instagram-Stories

Bauhaus 100Bauhaus 100