Persönlich
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Lyonel Feininger
1871 – 1956

Lyonel Feiningers Bilder wurden als „entartete Kunst“ verfemt

„Es hat ausgeweimart, meine Herren, wir gehen jetzt dessauern“, schrieb der deutsch-amerikanischer Maler, Grafiker und Bauhaus-Meister Lyonel Feininger 1925 in einem Brief an seine Frau Julia. Gemeint war der bevorstehende Umzug des Bauhauses von Weimar in das Bauhaus-Gebäude in Dessau. Im Jahr der Eröffnung 1926 waren die Meisterhäuser fertiggestellt worden, und auch Feininger konnte mit seiner Familie eine der Doppelhaushälften beziehen. Die anfänglichen Vorbehalte, die Feininger gegenüber deren Architektur hatte, waren bald verflogen. „Ich sitze hier auf unserer Terrasse, die einfach wonnig ist“, schrieb er begeistert an seine Frau.

„Halle is the most delightful town“

Lionel Feininger

Feininger war 1919 als einer der ersten Meister an das Bauhaus in Weimar berufen worden. Mit dem bekannten Titelblatt des Bauhausmanifests, dem Holzschnitt „Kathedrale“, gelang es dem Formmeister der Druckerei, den Gründungsgedanken des Bauhauses, die Einheit von Handwerk und Kunst, zu versinnbildlichen, was ihm als Künstler viel Anerkennung verschaffte. Doch Ende der 1920 Jahre spitzten sich die internen Unstimmigkeiten am Bauhaus zu. Und als der Magistrat der Stadt Halle Feininger das Angebot machte, dort zu arbeiten, nahm er es an. Er malte elf Stadt-Ansichten, von denen heute drei im Kunstmuseum Moritzburg in Halle zu sehen sind. 1937 emigrierte der Künstler mit seiner Familie in die USA.

Feininger-Liebhaber sollten sich genügend Zeit für ein Besichtigungsprogramm nehmen: In Dessau können sie das auch farblich rekonstruierte Meisterhaus und in Halle die Moritzburg besuchen. Und wenn dann noch Zeit übrig bleibt, die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg. 

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