Persönlich
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Carl Fieger
1893 – 1960

Schon frühzeitig setzte Carl Fieger durch seine Zeichnungen ganz eigene Akzente in der Architektur der Moderne. Charakteristisch waren seine Entwürfe von Minimalwohnungen, mutige Farbgestaltungen und die Arbeit mit Rundungen, wie er sie beispielsweise mit dem Ausflugslokal Kornhaus am Ufer der Elbe in Dessau und mit seinem eigenen Haus in Dessau realisierte, für das er auch die Innenausstattung entwarf. 

Doch bekannt geworden ist Fieger vor allem als Entwurfszeichner für die Bürogemeinschaft Walter Gropius und Adolf Meyer. Als Architekt war er dort maßgeblich an Bauten beteiligt, die heute zu den Ikonen der Moderne gehören, darunter auch das Bauhausgebäude und die Meisterhäuser in Dessau. Sein Zeichentalent brachte ihn 1925 selbst an das Dessauer Bauhaus, wo er als Lehrer den Pflichtkurs Fachzeichnen übernahm.

„Es gilt heute, das Haus zu erfinden, das so billig sein muss, dass es für den Großteil der Wohnbedürftigen erschwinglich ist.“
Carl Fieger

Neben der Stärke seiner Entwurfszeichnungen ist es Carl Fiegers Blick für Standardisierung, die Arbeit mit vorgefertigten Bauteilen und sein Interesse an neuen, industriell gefertigten Materialen. Seine dazu gesammelten Erfahrungen setzte er später als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Deutschen Bauakademie Berlin (Ost) um. Und so kam es, dass Fieger 1953 den ersten Plattenbau der DDR in Berlin baute. 

Fiegers Gesamtwerk ist bis zum 31. Oktober 2018 im Bauhaus Dessau in der Ausstellung „Vom Bauhaus zur Bauakademie“, zu sehen, darunter Originalzeichnungen, Architekturmodelle, Möbel sowie Fotografien. Die späte Würdigung Fiegers in der Sonderschau findet im Vorfeld des Bauhaus-Jubiläums 2019 statt, in dem mit zahlreichen Veranstaltungen an die Gründung des Bauhauses vor 100 Jahren erinnert wird. 

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